KONSTRUKTIVITÄT
Haltung, fähigkeit, Ressource…  

ZUR FÖRDERLICHEN ENTWICKLUNG EINZELNER, TEAMS UND ORGANISATIONEN

 

KONSTRUKTIVITÄT –

SCHLÜSSEL ZUR FÖRDERLICHEN ENTWICKLUNG

 

Konstruktives Feedback geben, konstruktiv verhandeln, Konflikte konstruktiv lösen,
diese Begriffe prägen unseren Arbeitsalltag.
Doch was genau bedeutet eigentlich Konstruktivität?
Und warum ist sie so wichtig für Führung, Zusammenarbeit und Personalentwicklung?

Die Wurzeln der Konstruktivität

Der Begriff Konstruktivität stammt vom lateinischen „construere“, was soviel heisst wie: „zusammenschichten“, „aufbauen“, „herstellen“.

Ursprünglich bezog sich das auf das physische Bauen – z.B. ein Haus oder eine Figur konstruieren, herstellen.

Später wurde der Begriff auch auf geistige und soziale Prozesse übertragen:

  • In der Mathematik: Ein Beweis oder eine geometrische Figur wird konstruiert – Schritt für Schritt, logisch und nachvollziehbar.
  • In der Sprache: Ein grammatikalisch korrekter Satz wird konstruiert – durch das gezielte Zusammensetzen sprachlicher Elemente.
  • In der Psychologie: Menschen konstruieren innere Wirklichkeitsmodelle – über sich selbst, andere oder die Welt.

Auch Zusammenarbeit, Kultur und Führung werden täglich durch Haltungen, Entscheidungen, Kommunikation mitkonstruiert.

Mehr als Konstruktion

Konstruktivität wird oft mit dem bloßen Konstruieren verwechselt – also dem reinen Herstellen. Doch im Führungs- und Arbeitskontext geht es um mehr:

Konstruktivität isbeinhaltet eine Werthaltung.

Diese Haltung verfolgt ein einfaches, aber wirkungsvolles Prinzip:

  • Schädigung verhindern
  • Förderliche Entwicklung ermöglichen

Destruktivität hingegen wirkt problemverschärfend und schädigend – etwa durch zynische Kommunikation, Schuldzuweisung oder Intrigen.

Konstruktivität dagegen strebt eine förderliche Entwicklung an – nicht moralisch belehrend, sondern praktisch sinnvoll:

  • Was fördert Entwicklung, Zusammenarbeit und Lösung?
  • Was verhindert Schaden – für Menschen, Beziehungen, Systeme?

Führung und Zusammenarbeit bedeutet: Diesen Unterschied zu erkennen und aktiv zu gestalten. Konstruktivität wird damit zu einem Haltungs-Kompass, der in komplexen Situationen Orientierung gibt und im Handeln Ausdruck findet.

Die Basis-Ressource

Konstruktivität ist mehr als ein Tool oder eine Methode. Sie ist eine übergeordnete Qualität, die sichtbar macht, ob etwas wirklich sinnvoll, lösungsorientiert und entwicklungsfördernd ist.

Konstruktivität unterstützt systemisches Denken und Handeln:

  • Sie bezieht den jeweiligen Kontext mit ein,
  • prüft, ob etwas funktional oder dysfunktional wirkt,
  • erkennt, ob Prozesse regulierend oder stagnierend verlaufen,
  • und trägt dazu bei, dass Systeme sich dynamisch weiterentwickeln

Während andere Fähigkeiten wie Analyse, Kreativität oder ein klares „Nein“ je nach Kontext konstruktiv oder destruktiv wirken können, ist die Intention von Konstruktivität immer auf das Förderliche gerichtet. Diese Ressource steckt in einzelnen Menschen, Teams und ganzen Organisationen und kann gezielt freigesetzt werden.

Eine Definition

„Lässt sich Konstruktivität in einem Satz fassen? Hier eine Annäherung:

Ausführlich:

„Konstruktivität ist das Phänomen, das auftritt, wenn aufbauende und/oder zielführende und/oder sinnvolle Kräfte, in Form von Denken, Verhalten, Fühlen freigesetzt werden, die lösend wirken oder zu einer Problemlösung beitragen und eine förderliche Entwicklung ermöglichen.“

Kurz und knapp:

„Konstruktivität ist die Fähigkeit, das Denken und Verhalten auf sinnvolle Lösungen auszurichten.“

Die Wirkung

Wird Konstruktivität bewusst gefördert, zeigt sie Wirkung – sowohl im Miteinander als auch im Ergebnis:

 

  • fördert lösungsorientiertes Denken
  • verbessert Kommunikation und Beziehungsqualität
  • hilft, Konflikte zu entschärfen
  • stärkt Motivation und Eigenverantwortung
  • eröffnet neue Handlungsspielräume
  • fördert Teamzusammenhalt und Kooperation
  • fördert Entwicklung auf allen Ebenen der Zusammenarbeit

Das K-Dreieck

Das K-Dreieck ist ein einfaches Reflexionsmodell, mit dem sich Situationen aus konstruktiver Perspektive betrachten lassen. Es bietet eine einfache Orientierung, um Konstruktivität im Arbeitsalltag gezielt zu aktivieren – ob in Gesprächen, Meetings oder bei der Reflexion eigener Einstellungen.

Fragen zur Orientierung:

  • Ist die Kommunikation gerade aufbauend, zielführend und sinnvoll – oder verschärft sie das Problem?
  • Bringt das Meeting Klarheit und Bewegung – oder drehen wir uns im Kreis?
  • Unterstützt meine Haltung die Lösungsfindung – oder blockiert sie sie?

Diese Fragen helfen, den Fokus klar auf konstruktives Denken und Handeln zu richten und dann konkret umzusetzen wie z.B.

  • Aktiv zuhören, um Zusammenhänge besser zu verstehen
  • Klar benennen, wenn etwas feststeckt – und Raum für Klärung schaffen
  • Die eigene Haltung ausrichten – hin zu Zuversicht, statt innerer Blockade

Das K-Dreieck wirkt wie eine große Konstruktivitäts-Brille, die man sich aufsetzen kann. Mit der Zeit wird diese Brille immer schärfer – und es fällt zunehmend leichter, konstruktives Denken und Verhalten zu erkennen und gezielt freizusetzen.

Konstruktivität in Seminaren vertiefen

Die Akademie für Konstruktivität hat es sich zum Ziel gesetzt, konstruktive Methoden praxisnah und wirksam zu vermitteln. In den Constructify® Seminaren lernen die Teilnehmenden, wie Konstruktivität konkret gefördert werden kann – differenziert, praxistauglich und ohne moralischen Zeigefinger.

Sie erfahren:

  • wie Prozessverständnis, Zielorientierung und Reflexionsfähigkeit wirken,
  • wie Kommunikation tragfähiger wird,
  • wie auch in schwierigen Situationen lösungsorientiert gehandelt werden kann.

Denn: Konstruktives Handeln bedeutet immer, gemeinsam gute Lösungen anzustreben – klar, menschlich und wirksam.

Konstruktiv handeln – leichter als man denkt.

 Konstruktivität ist keine komplizierte Theorie.

 Oft reicht ein kleiner, bewusster Schritt

und die Richtung verändert sich.

Zum Positiven.